










Ein komplettes Wochenende Wasserball mit einem wirklich straffen Sport-Programm – die meisten der knapp 60 Jugendwasserballer schlitterten da relativ ahnungslos rein als sie sich am Freitagmittag kurz nach Schulschluss aus Schwerin, Kiel, Itzehoe, Rostock und Uetersen auf den Weg machten. Ziel war die Insel Sylt – und zwar der Ort List – für 3 Tage die norddeutsche Wasserballhochburg.
Eingeladen war zu einem Sichtungs- und Trainingscamp und gekommen war eigentlich alles, was Rang und Namen hatte: 9 Spieler von Post Schwerin, 5 Spieler der HSG Warnemünde, 8 Spieler aus Uetersen, 9 von Gut Heil Itzehoe, 8 vom TV Keitum und 13 Youngster von Wiking Kiel. Ein bunte, aber wirklich peacige und fröhliche Meute im Alter von 8 bis 17 Jahren !
Die Vereinszugehörigkeit sollte im Laufe der Veranstaltung keine Rolle mehr spielen, denn je nach Alter bzw. Wasserballerfahrung wurden 3 Trainingsgruppen zusammengestellt. Deshalb war es auch wichtig sich schon am Freitag-Abend in der Kennlernrunde viele Namen zu merken. Erstaunlich, wie viele erzählten, dass sie noch eine zweite Sportart machen und dass einige noch gar nicht so lange beim Wasserball dabei sind. Erstaunlich ebenfalls: Der durchaus ähnliche Musikgeschmack der Kids (Peter Fox, Tote Hosen, Jan Delay ....) und die Erkenntnis, so ein Trainingscamp niemals parallel zum Wacken-Festival anzubieten.
Mit noch einigen Grundregeln und Wasserballweisheiten war dann Freitag-Abend Punkt 22.00 Uhr Schluss – und auch die Chefs der Jugendherberge scharrten schon mit den Füßen. Keine Ausnahmen von den Ruhezeiten. Selbst die 12 Betreuer hatten es gar nicht so leicht noch eine „Location“ zu finden, um die Absprachen für Trainingseinheiten, Sichtung und für die nächste Saison zu machen.
Samstag dann 7.30 Uhr Frühstück – Gruppeneinteilung, Lunchpakete fertig machen und eine Stunde später gings rund: Gruppe 1 in der Schwimmhalle unter Leitung von Peter Schüler, Gruppe 2 in der Sporthalle mit einem hammerharten Fitness-Programm von Simon und Arne sowie anschließenden Trocken-Ballübungen und Gruppe 3 mit einem Aufwärm-Spaziergang von der Jugendherberge zu unseren Sportstätten.
Nach 90 Minuten dann Rotation: Gruppe 1 in die Sporthalle, Gruppe 2 an Strand und Gruppe 3 in die Schwimmhalle, dann nach 90 Minuten erneut Rotation. Während einige schon anfingen, etwas abzuschlaffen, gaben andere in der Strand- und Erholungsphase auf dem Bolzplatz weiter Gas.
Doch es hieß Zähne zusammenbeißen, denn erneut waren für jede Gruppe 90 Minuten Sporthalle und 90 Minuten Wasserballtraining in der Schwimmhalle angesagt.
Letztendlich haben sich aber alle tierisch zusammengerissen, denn vor neuen Mitspielern und anderen Trainern gibt es kurioserweise eine ganz andere Bereitschaft bis zum Anschlag, an die äußerste Grenze zu gehen.
Zwischendurch dann ein riesiger Korb voll mit Muffins, Kaffee und Kuchen, ....
.... die Keitumer haben nicht nur hiermit, sondern mit diversen Shuttle-Diensten, der Gesamtorganisation und Vorbereitung, der kostenlosen Bereitstellung ihrer Sportstätten und einer extremen Gelassenheit und „Guter-Laune“ hier ein echtes Event ermöglicht.
DANKE, DANKE, DANKE an die Frontmänner: Jan Ipsen und seine Sunny-Boys Arne, Simon und Lukas sowie alle Akteure im Hintergrund.
Ein weiteres Highlight stand nach den Trainingseinheiten noch auf dem Programm – auch dies eine Einladung der Keitumer. Bei bestem Wetter und genialer Abendstimmung fuhren wir mit einem großen, fast antiken Kutter von List in Richtung Seehundbänke.
Naja, eigentlich sind Bootsfahrten für Jugendliche nicht gerade der „Renner“. Irrtum ! Diese Tour hier hat echt Spaß gemacht, weil u.a. ein Schleppnetz ausgeworfen wurde und der Fang mit Austern, Krabben, Krebsen, Seesternen, usw. nicht nur super interessant erklärt wurde, sondern der Typ „Seebär“, der das gemacht hat, einfach extrem witzig war und seine Storys zum Teil so grotesk waren, dass auch die Älteren an „seinen Lippen hingen“ und echt Spaß hatten.
Zurück nach dieser schaukeligen Angelegenheit ging es dann mit dem coolen Land-Rover-Shuttle zur Jugendherberge …. ….endlich etwas zu essen !
Da ein Großteil jetzt wirklich platt war, wurde die abschließende Theorieeinheit auf den nächsten Tag verschoben. Allgemeine Erleichterung !
Stattdessen stromerte man noch ein bisschen durch die Jugendherberge bzw. saß auf den Zimmern – und das war wohl auch gut so (denn weder das Angebot noch eine DVD zu gucken, noch das Interesse für eine „Nachteinheit“ nochmals in die Schwimmhalle zu fahren, wurde doll nachgefragt). Der Akku war leer und um 23.00 Uhr war es erstaunlich ruhig im 1. Stock des Hauses „Peter Pan“.
Das Aufstehen um 7.00 Uhr – wie erwartet – zäh, Frühstück, Sachen packen, Zimmer aufräumen, aber dann doch fast pünktlich um 8.30 Uhr wieder in der Schwimmhalle. Es wurde ausschließlich gespielt - zunächst die älteren Jugendlichen – ein kleines Turnier mit 3 Mannschaften. Ein sehr ausgeglichenes Ergebnis, denn jede Mannschaft konnte 2 Siege einfahren. Die Betreuer bekamen hier einen guten Eindruck von den einzelnen Spielern. Parallel gab es in der Sporthalle für die Jüngeren eine 90 minütige Theorieeinheit von Rainer Seidel. Kompliment an Rainer, der Taktik und Regeln wirklich interessant rübergebracht hat, Kompliment auch an die Youngsters, die trotz sichtlicher Müdigkeit echt engagiert dabei waren. Nach 2 Stunden dann Wechsel der Gruppen zwischen Schwimmhalle und Sporthalle – und auch bei den Jüngeren einige wirklich auffällig gute Spieler und bei anderen selbst während dieser 2 Tage schon deutlich sichtbare Verbesserung!
Letztes Highlight für Zuschauer und Mitspieler: Das Betreuer-Spiel. Die erwachsenen Trainer + Betreuer gegen eine Mannschaft aus älteren Jugendlichen: Das war lustig, hatte durchaus Niveau und war ziemlich ausgeglichen. Simon demonstrierte den Kids am Beckenrand immer mal wieder was „Hoffnungsschüsse“ sind.
Jetzt ging es ans Aufräumen und Saubermachen, noch ein Gruppenfoto und dann die abschließende große Feedbackrunde draußen vor der Halle bei herrlichem Sonnensein.
Sehr viel Lob für diese Veranstaltung, ein paar (berechtigte !) Verbesserungsvorschläge und das eindeutige Votum: Unbedingt noch mal – dann möglichst 1-2 Tage länger.
Auch das Fazit der Organisatoren durch und durch positiv:












