Der Auftakt in die neue Wasserballsaison sollte in diesem Jahr die B- und C-Jugendlichen richtig wachrütteln. Deshalb gab es erstmalig in der Vereinsgeschichte am Ende der Ferien ein 2 tägiges Trainingscamp im Freibad Raisdorf. 14 Jugendliche waren angemeldet.
Am Donnerstagmorgen ging es los mit einer für den Trainer aufschlussreichen Abfrage über den Stellenwert der Sportart "Wasserball" bei jedem Einzelnen und den anvisierten sportlichen Zielen.
Einige Stichworte aus den Reihen der Jugendlichen: Teamgeist, Meister werden, Abreagieren, Spaß, Gewinnen, weil die Sportart außergewöhnlich ist, wegen der Unternehmungen,
Insgesamt ein interessantes Ergebnis: Bei der einen Hälfte steht der sportliche Ehrgeiz offenbar an erster Stelle, für die andere Hälfte soll Wasserball ein Hobby sein, was in erster Linie Spaß machen soll.


Bevor es ins Wasser ging einige "Leitsätze" für das Trainingscamp. Der wichtigste Satz: Du musst Dich bewegen - blitzschnell reagieren - immer ein bisschen schneller sein als Dein Gegner, damit Du bzw. Deine Mannschaft erfolgreich ist. Genau ! Und jetzt rein ins Wasser. Vorher noch ein paar Dehnübungen unter der Regie von Benny Schmidt.


In der ersten Trainingseinheit wurde auf der 50 m Bahn klar, dass die Fitness-Werte bei einigen eher im mittleren und unteren Bereich lagen und das in den Ferien wohl eher wenig Sport betrieben wurde.






Doch im Sprungbecken und mit Toren im Wasser sah das dann eine Stunde später schon ein bisschen lebhafter aus.


Nach den ersten 2 Stunden Training dann Zeltaufbau und eine erste "Brötchen-Freß-Attacke". Weiter ging es mit Theorie zum Werfen und Fangen und einigen Übungen dazu an Land.


Dann wieder die Badehose an und 1000 Pässe auf die Hand - alle 100 Würfe mit einem anderen Partner. Das sah ganz ordentlich aus !




Kurze Kaffeepause und die nächste Einheit dann mit Ulfert Janßen: Wasserballregeln - Schwerpunkt "Wann pfeifft der Schiedsrichter". Sehr interessant vor allen Dingen der kleine Vortrag unseres Landeswasserballwartes, der ja die meisten Spiele von uns gesehen/gepfiffen hat: "Was bei Wiking immer wieder nicht so recht funktioniert". Sein dringender Appell: Aufmerksamer gucken, den freien Mitspieler anspielen, mehr Übersicht !




Zum letzten Mal an diesem Tag ging es ins Wasser: Spiel in 2 gleichstarken Mannschaften, es sollte jetzt umgesetzt werden, was Ulfert angesprochen hatte und was Marko am Morgen mit den Leitsätzen mit auf den Weg gegeben hat. Naja........ (Videoanalyse folgt).
So langsam trudelten die ersten Eltern ein. Endlich Zuschauer ! Und der Tag steuerte auf seinen ersten Höhepunkt zu. Die Wasserballeltern (immerhin mit 10 Spielerinnen und Spielern besetzt) starteten mit einer lebhaften und lustigen Truppe in unser kleines Turnier aus zwei Jugend- und einer Erwachsenenmannschaft. Die Youngsters spielten natürlich klasse und mit besonderem Engagement gegen ihre Eltern. Die wiederum ließen sich aber keinesfalls unterkriegen, lagen sogar zeitweise in Führung und profitierten davon, dass sie mit vereinfachten Regeln (beide Hände) spielen durften. Nach 6 kurzen Spielen waren die beiden Jugendmannschaften punktgleich auf dem ersten Platz (die weißen Kappen hatten das bessere Torverhältnis) und die Elternmannschaft, die wirklich alles gegeben hat, wurde zweiter (Viedeo folgt).


Dass es dann kurz bevor das erste Grillfleisch auf den Rost kam mal wieder eine der Sprühregenattacken gab, war typisch, aber wir zogen einfach unter die Überdachung bei den Umkleiden und spachtelten, was der Grill hergab ! Währenddessen richteten Ulfert und Marko noch einige Infos und Bitten an die Jugendlichen und ihre Eltern, insbesondere die Sportart konsequent zu betreiben, mitzugestalten und regelmäßig beim Training aufzuschlagen. Ein Beispiel für ein außergewöhnliches Engagement lieferten an diesen Tagen gleich drei Familien: Die Siebekes, die das Grillen mit allem drum und dran übernommen haben, Brigitte Rund, die uns das Früh-Frühstück am Freitag servierte und Susanne Borowski, die ein wirklich leckeres und großes Frühstücksbüffet auftischte. Klasse !
Nachdem alle satt waren (wirklich ?), es langsam dunkel wurde, die Eltern und das Freibadpersonal sich langsam davonschlichen und der Nieselregen wieder heftiger wurde, brach zunächst ein bisschen Langeweile aus. Keine Karten, kein Pokerspiel, keine Game-boys,.... Was sollen wir denn jetzt machen ?
Doch einige kannten ein paar Spiele, wo man gar nichts brauchte und letztendlich wurde es eine lange Nacht mit allerhand black-stories, die erraten werden mussten.
Das Aufstehen verlief - wie nicht anders zu erwarten - zäh, das erste Frühstück extrem wortkarg und der Tag begann mit einem Fehlstart:


"Beckenbodenreinigung bis 9.00 Uhr", so die Ansage des Schwimmmeisters, also verspäteter Trainingsbeginn. Und kein Steffen Naumann weit und breit, der für die erste Trainingseinheit eingeplant war. Stattdessen "schläfrige Theorie", Tischtennis, Gymnastik und ab punkt 9.00 Uhr dann erst mal wieder Schwimmtraining.
Man quälte sich, ....
.... mit Ball gings dann schon etwas besser, insgesamt aber zu wenig "drive".




Die Stimmung besserte sich schlagartig als es endlich das große Frühstück gab: Über eine Stunde Pause !


Und dann die bitterste Niederlage des Trainers. Etwas großkotzig versprach ich jedem Jugendlichen, der mich in einem Kurzsatz Tischtennis besiegen würde, einen Mc Donald-Besuch (und das ist wirklich die Höchststrafe für mich !). Unter widrigsten Bedingungen (Regen, mieser Schläger, Steinplatte, nicht eingespielt) dann die Katastrophe: Malte, Simon (und eigentlich völlig chancenlos) auch Benny Krauel gewannen jeweils knapp. "Jungs, ich halte mein Versprechen, aber ich fordere Revanche" !!!
Höhepunkt des heutigen Tages: Wettrutschen. Ganz enge Kiste in den 3 Durchgängen. Hier die Ergebnisse:
1. Durchgang | 2. Durchgang: | 3. Durchgang | gesamt: | |
Lennard | 23,6 | 22,4 | 23,2 | 69,2 |
Daniel | 23 | 22,1 | 22,6 | 67,7 |
Marco | 21,4 | 21,8 | 21,2 | 64,4 |
Fabian | 22 | 22 | 22,2 | 66,2 |
Benny K. | 22,2 | 22,1 | 22,2 | 66,5 |
Arne | 22 | 25,1 | 22 | 69,1 |
Moritz A. | 23 | 24,7 | 22,4 | 70,1 |
Laura | 29 | 26,8 | 28,3 | 84,1 |
Moritz R. | 21,9 | 21,2 | 21 | 64,1 |
Malte | 22,6 | 23 | 24,2 | 69,8 |
Simon | 22 | 21,9 | 21,4 | 65,3 |


"Verdammt die Zeit rast davon". 12.00 Uhr, die Sonne blitzt zum ersten Mal durch: Abschlusstraining. Auch mir (Marko) geht langsam die Puste aus, die Stimme ist heißer, für das vorgesehene Training von Spielzügen fehlt allen Konzentration und Power. Stattdessen ein längeres Abschlussspiel - 6 gegen 6 mit Torwartwechsel nach jedem Tor. Augenmerk lag auf "Anspiel der Center-Position". Das klappte erstaunlich gut ! Bis auf wenige Ausnahmen einiger Spieler, die praktisch nicht mehr in der Lage waren sich zu bewegen, entwickelte sich ein niveauvolles Spiel. Prima ! Um 14.15 Uhr, die Sonne blitzte erneut durch, "haben wir dann endlich fertig". Eine kurze feed back-Runde mit einem erstaunlichen Resultat: Das Trainingslager war gut, aber das "Getüttel" mit den Zelten für eine Nacht war einigen zu aufwendig.


Und das Fazit des Trainers:
Sportlich hat uns das nicht - wie erhofft - sehr nach vorne gebracht, eine gewisse Trägheit ließ sich leider weder im Wasser noch an Land abschütteln, dennoch hat es Spaß gemacht, die Mannschaft ist nach wie vor klasse und ich habe für die kommende Saison ein gutes Bild über die Stärken und Schwächen der Einzelnen gewonnen.